Radverkehrskonzept für Ihre Kommune

Der komplette Leitfaden: Von der Bestandsanalyse bis zur Umsetzung – so machen Sie Ihre Stadt fahrradfreundlich.

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Ein kommunales Radverkehrskonzept ist der strategische Fahrplan für eine fahrradfreundliche Zukunft Ihrer Gemeinde. Es bildet die Grundlage für alle Entscheidungen rund um Radwege, Abstellanlagen, Beschilderung und Öffentlichkeitsarbeit. Mit einem fundierten Konzept steigern Sie nicht nur die Lebensqualität Ihrer Bürger:innen, sondern leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Emissionsschutz.

Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt
Foto: QIMBY – Lizenz: CC0 1.0

Warum braucht Ihre Kommune ein Radverkehrskonzept?

🌍 Emissionsschutz

Verlagerung vom MIV (motorisierter Individualverkehr) auf das Fahrrad reduziert CO₂-Emissionen und verbessert die Luftqualität.

🏘️ Lebens­qualität

Weniger Lärm, mehr Grünflächen, attraktivere öffentliche Räume – Radverkehr macht Städte lebenswert.

💰 Fördermittel

Ein professionelles Konzept ist oft Voraussetzung für Bundes- und Landesförderprogramme.

🛡️ Verkehrs­sicherheit

Systematische Planung erhöht die Sicherheit für Radfahrende, besonders für Kinder und Senior:innen.

Die 6 Phasen eines Radverkehrskonzepts

1

Bestandsanalyse

Dauer: 2-4 Monate

  • Erfassung des bestehenden Radwegenetzes
  • Analyse von Unfallschwerpunkten und Gefahrenstellen
  • Bewertung der aktuellen Radabstellanlagen
  • Erhebung der Radverkehrsstärken (Zähldaten)
  • Dokumentation von Netzlücken und Qualitätsmängeln
  • Sichtung und Einordnung bestehender Planungen

2

Potenzialanalyse

Dauer: 1-2 Monate

  • Ermittlung von Quell- und Zielverkehren (Schulen, Arbeitgeber, Einkaufszentren)
  • Identifikation von Verlagerungspotenzialen vom Autoverkehr
  • Analyse der demografischen Entwicklung
  • Auswertung von Pendlerdaten und Mobilitätserhebungen

3

Bürgerbeteiligung

Dauer: 2-3 Monate (parallel zu anderen Phasen)

  • Online-Beteiligungsplattformen für Mängelmelder
  • Öffentliche Workshops und Bürgerversammlungen
  • Einbindung von Interessengruppen (ADFC, Schulen, lokale Fahrradinitiativen)
  • Befragungen zur Radverkehrsnutzung und -wünschen

Bahntrassenradweg - Beispiel für Radinfrastruktur
Foto: QIMBY / DirkSchmidt – Lizenz: CC0 1.0

4

Zielfestlegung & Strategieentwicklung

Dauer: 1-2 Monate

  • Definition von messbaren Zielen (z.B. „Radverkehrsanteil von 15% auf 25% bis 2030“)
  • Leitbildentwicklung für die fahrradfreundliche Kommune
  • Priorisierung der Handlungsfelder
  • Abstimmung mit übergeordneten Planungen (Verkehrsentwicklungsplan, Klimaschutzkonzept)

5

Maßnahmenentwicklung

Dauer: 2-4 Monate

  • Infrastruktur: Neue Radwege, Fahrradstraßen, Radschnellwege, Protected Bike Lanes
  • Knotenpunkte: Sichere Kreuzungsgestaltung, Fahrradbrücken, Unterführungen
  • Abstellanlagen: Fahrradparkhäuser, Bike+Ride-Anlagen, überdachte Stellplätze
  • Beschilderung: Wegweisende Beschilderung, Knotenpunktsystem
  • Service: Ladestationen für E-Bikes, Luftpumpstationen, Reparatursäulen
  • Kommunikation: Kampagnen, Fahrradstadtplan, Radverkehrs-App

6

Umsetzungsplanung & Priorisierung

Dauer: 1-2 Monate

  • Erstellung eines priorisierten Maßnahmenkatasters
  • Kostenschätzung und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung
  • Zeitplan mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen
  • Identifikation von Fördermöglichkeiten
  • Definition von Evaluationskriterien und Erfolgsindikatoren

Typischer Zeitrahmen

9-15
Monate Gesamtdauer

20-60k
Euro Konzeptkosten*

90%
Förderquote möglich*

*Je nach Gemeindegröße / **Bis zu 90% für finanzschwache Kommunen

Die 8 Handlungsfelder nach Nationalem Radverkehrsplan 3.0

🛤️

Infrastruktur

Radwege, Fahrradstraßen, Abstellanlagen

🚉

Verknüpfung

Bike+Ride, Fahrradmitnahme im ÖPNV

🛡️

Sicherheit

Vision Zero, sichere Kreuzungen

📦

Lastenverkehr

Lastenräder, City-Logistik

📱

Digitalisierung

Smart Mobility, Apps, Datenanalyse

📣

Kommunikation

Kampagnen, Öffentlichkeitsarbeit

🏛️

Governance

Verwaltungsstrukturen, Koordination

🎓

Bildung

Radfahrkurse, Verkehrserziehung

Doppelstock-Fahrradbox am Bahnhof Offenburg
Foto: QIMBY – Lizenz: CC0 1.0

Förderprogramme für Radverkehrskonzepte

Bundesförderprogramme

  • Nationale Klimaschutzinitiative (NKI) – Förderung von Klimaschutzkonzepten inkl. Radverkehr
  • Radschnellwege – Bis zu 75% Förderung (finanzschwache Kommunen: 90%)
  • Sonderprogramm Stadt und Land – Förderung kommunaler Radinfrastruktur

Landesförderprogramme (Beispiele)

  • Baden-Württemberg: LGVFG-Förderung bis zu 90%
  • NRW: Förderrichtlinie Nahmobilität
  • Bayern: Radverkehrsförderprogramm
  • Niedersachsen: Förderung über NBank

Checkliste: So starten Sie

  1. Politischen Beschluss herbeiführen (Gemeinderat/Stadtrat)
  2. Budget für Konzepterstellung sichern (oder Förderantrag stellen)
  3. Projektgruppe bilden (Verkehrsplanung, Tiefbau, Umwelt)
  4. Fachbüro beauftragen (Ausschreibung nach VOF)
  5. Beteiligungskonzept entwickeln
  6. Datenbasis schaffen (vorhandene Pläne, Zähldaten sammeln)
  7. Zeitplan aufstellen (12-18 Monate einplanen)
  8. Kommunikation planen (Presse, Social Media, Bürgerinformation)

Unsere Referenzen

Großziethen

Integral Studio und team red – Projektleitung Integral Studio

Machbarkeitsstudie zur Radverkehrsförderung – Analyse der Potenziale und Entwicklung konkreter Maßnahmenempfehlungen.

Sachsenheim

Integral Studio und team red – Projektleitung Integral Studio

Kommunales Radverkehrskonzept – Bestandsanalyse, Bürgerbeteiligung und Maßnahmenplanung für eine fahrradfreundliche Stadt.

Obrigheim

Integral Studio und team red – Projektleitung Integral Studio

Radverkehrskonzept mit Fokus auf Alltagsradverkehr und Verknüpfung mit dem ÖPNV – von der Analyse bis zur Umsetzungsplanung.

Grüner Ring Leipzig

Integral Studio und team red – Projektleitung Integral Studio

Radverkehrskonzept für den Grünen Ring – Entwicklung eines durchgängigen Radwegenetzes rund um Leipzig.

Köferinger Straße in Amberg nach dem Umbau
Foto: QIMBY / Phil_ben – Lizenz: CC0 1.0

Häufige Fragen zum Radverkehrskonzept

Was kostet ein Radverkehrskonzept?

Die Kosten variieren je nach Gemeindegröße: Kleine Kommunen (unter 20.000 EW): 20.000-40.000 €, mittlere Städte: 40.000-60.000 €, Großstädte: 60.000-100.000 €. Oft sind 75-90% über Förderprogramme finanzierbar.

Wie lange dauert die Erstellung?

Ein vollständiges Radverkehrskonzept dauert typischerweise 12-18 Monate. Für kleinere Kommunen kann ein vereinfachtes Konzept in 6-9 Monaten erstellt werden.

Brauchen wir ein externes Planungsbüro?

Empfohlen wird die Beauftragung eines spezialisierten Verkehrsplanungsbüros. Diese bringen Erfahrung, methodisches Know-how und objektive Außenperspektive mit. Die Vergabe erfolgt meist nach VOF (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen).

Wie verbindlich ist ein Radverkehrskonzept?

Ein Radverkehrskonzept ist ein informelles Planungsinstrument. Durch Beschluss im Gemeinderat erhält es politische Verbindlichkeit. Die rechtliche Umsetzung erfolgt dann über formelle Instrumente wie Bebauungspläne.

Bereit für die Radverkehrswende?

Wir unterstützen Kommunen bei der Entwicklung und Umsetzung von Radverkehrskonzepten – von der ersten Idee bis zum fertigen Maßnahmenplan.

Quellen & Weiterführende Links

Grundlagen & Leitfäden:

Förderprogramme & Förderquoten:

Best Practice & Praxisbeispiele:

Bildnachweise

  • Alle Fotos: QIMBY.net – Creative Commons CC0 1.0 Universell-Lizenz

Stand: März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr. Förderkonditionen können sich ändern – aktuelle Informationen bei den jeweiligen Förderstellen erfragen.